Donnerstag, 29. Oktober 2020

Gabriel in Mekka

 

 

 

Mohammed: Erzengel Gabriel, ich kenne Gottes Wort!
Es sagt, wer etwas zufügt, wird verflucht!
Nicht flüstere mir Bibel-Sequels ein!

Gabriel: Chill du mal locker. Schreib, was ich diktier.
Hab Bock zu dichten, bin grad musisch drauf.

Mohammed: O nein, mein Freund, wenn du es wirklich bist,
dann hat die Bibel nämlich wirklich recht.
Und damit ists mir ernst. Groß ist Allah!

Gabriel: Und wenn ich sag, der Typ nicht Gottes Sohn,
den Juden kreuzigten? Nein, du bist der Prophet,
und zwar der letzte!

Mohammed: Nicht interessiert.

Gabriel: Bescheidenheit ist eine Tugend, doch
ist Gottes Plan: du gründest den Islam.

Mohammed: Bin seinem Willen doch ergeben schon,
wozu noch extra „Unterwerfungsreligion“?

Gabriel: Hör, Mensch, es reicht! Erzengel dir gebietet,
so schreib!

Mohammed: Du drohst, doch Angst hab nur vor Gott.

Gabriel: Zum letzten Mal ich drohe dir, beim Zeus!

Mohammed: Und frevelst gegen einzig wahren Gott.

Ahriman: Er warnte dich. Die Wahrheit nun erfährst.

Mohammed: Ist epileptischer Anfall bestimmt.
Oder, ich weiß nicht, ich halluziniere...

Ahriman: Nein, tust du nicht! Nicht Jahwe, nicht Allah,
nicht Zeus und auch nicht irgendjemand sonst
ist einziger und einer, großer Gott.

Gabriel: Jetzt bist du sprachlos.

Vishnu: Sollte eh nur schreiben.

Ares: Und hat mit dir stattdessen diskutiert.

Gabriel wird zu Loki: Nun sieh Erzengels wahres Angesicht!

Mohammed: Ich träume! Bald, bald wird mein Wecker klingeln!

Thor: Nein, edler Mann, das ist Realität.
Menschheitsgeschichte, das ist unser Spielplatz.

Shiva: Ich bin der DJ, euer Leben ist ein Tanz.
Figuren seid ihr bloß und weiter nichts.

Mohammed: Kein Gott also. Stattdessen viele Götter.

Loki: Doch du bist klug, wie lautet dein Gebet?

Mohammed: Dreht Zeit zurück, lasst ungeschehen sein
was grad passierte! Sprich zu mir, Djibril!
...Was ist? Was war? Wo waren wir? Was los?

Gabriel: Das Buch, das du wirst schreiben, heißt Koran...

 

 

Freitag, 2. Oktober 2020

1111

 

 

 

Nikephoros: Zu unsrem Jahrestag ich sage dir:
du bist Xi Shi, sieh wie die Fische sinken
auf Grund des Marmormeers von deinem Blick!

Anna: Und du bist freilich Kyr mal Hannibal
zur juliuscäsareischen Potenz!

Nikephoros: O liebe Anna, würdest du regieren,
Pulcheria wäre neidisch, und nervös
Kleopatra würd rauchen in der Ecke!

Anna: Und du wärst dann der größte Thukydides,
und kämest gleich Ban Zhao und Sima Qian!

Nikephoros: Ich würd für dich die Gaugamelaschlacht
mit fränkischen Statisten wiederholen!

Anna: Ich lass dir spieln den Untergang der Bronzezeit
mit Petschenegen gleich vor Troja, hier nicht weit!

Nikephoros: Du schmeichelst mir, dass ich mich gar vergess,
und red schon fast von Dingen, die noch kommen!

Anna: Schwor ich doch Vater Alex, Bruder Johann,
dem Papst, dem Patriarchen und mir selbst,
den letzten Band meiner Geschichte zu vergraben,
und du versprachst mir, deinen nicht zu schreiben.

Nikephoros: Und schrieb ihn dir zu heißer Liebe doch!

Anna: Dann lass mal lesen... was ist USA?

Nikephoros: Ach, Science Fiction nur und Uchronie.

Anna: Ich hol mein Buch, bei mir ist alles echt.

Nikephoros: Dann lasse mich um 1600 leben!

Anna: Da wäre Frieden auf der ganzen Welt,
die Religionen werden abgeschafft,
der Staat regiert wie demokratisches Athen,
nur ohne Sklaven halt... halt eben halt.

Nikephoros: Und 1700? Lohnts sich noch zu leben?

Anna: Zwei Stunden arbeitet der Mensch am Tag,
jeder ist satt, gebildet und verkehrt
als Freund und Aberfreund mit wem er will.

Nikephoros: Und 1800 unter geht die Welt?

Anna: Mitnichten. Wissenschaft bringt uns zum Mars,
wir basteln eine virtuelle Welt,
und sterben aus bis 1903
als Menschheit friedlich ohne CO2.

Nikephoros: Nicht schlecht! Doch lass uns, so besoffen wie wir sind,
die letzte Flasche öffnen, mit dem Djinn!

Djinn: O schönes Paar! Ihr habt den Geist befreit,
ein jeder Wunsch sei herzlich euch gewährt!

Anna: Wünsch du, o Liebster!

Nikephoros: Ach, wie könnte ich?
Du wärst mein Wunsch und der hat sich erfüllt!

Anna: Und ich als Kaisertochter habe nichts
zu wünschen übrig, außer, aus Spaß...
dass deine Uchronie anstatt der Wahrheit...
erfüllt sich!

Nikephoros: Anna, warte!

Djinn: Wunsch gewährt.

Nikephoros: Was tatst du tun!?

Anna: Ist viel bei dir verkehrt?

Nikephoros: Lies selber nach...

Anna: O hätt ich nie getrunken!

Samstag, 19. September 2020

Bodoncar

 

 

Wie ein Nomad durchstreife ich die Zeit,
bin keinem nahe, nirgendwo daheim,
und wenn ich in der Zeit nach Süden blicke,
fühl Wehmut, ritt ich aus dem Norden nicht
zurück zu diesem Jungen, der ich war,
und weiß daher: ich werde es nicht tun.

Er hätte damals meinen Rat gebraucht,
und meine Freundschaft tät ihm sicher gut,
doch nur nach Norden führt mein Zeitenweg,
und höher ins Gebirge durch den Raum;
der Blick umgreift mehr Land mit jedem Tag,
ich seh den Weg, durch meinen Ritt gebaut.

 

Montag, 3. August 2020

So ist das Leben





Es ist so, wie es eben halt so ist:
„So ist es“, sagt man halt, „so ist es eben“;
„Sei eben halt“, so sagt man, „der du bist“.
Und manchmal ist es nunmal so im Leben.

Und manchmal kommt das große Nachtegal,
und du empfindest Sehnsucht, Wehmut, Trauer halt;
das Leben eben, es ist eitel, hohl und schal
und jeder innere Verzweiflungsschrei verhallt.

Verhalt dich halt, wie man halt sagt, normal,
trink Tee, kack Scheiße, male Bilder eben.
Und wenn nicht heute, dann ein ander Mal,
„So ist“, wie man so sagt, „das Leben eben“.

Mittwoch, 1. Juli 2020

Kohl





Eine Wiese in Bonn.

Schäuble: Die Ninety-nineties tun beginnen tun,
so sag mal, Theo, fahren wir nach Lodz?

Waigel: Zu teuer, Freund. Den Osten zuzukaufen,
das kostet eine halbe Billion.

Stoiber: Des nach des des des des tut des bedeuten,
vereintes Deutschland wieder souverän?

Schäuble: Doch eine große Schweiz, nicht in der NATO.
Das haben wir versprochen Gorbatschow.

Waigel: Was sagt dazu der George Bush Senior wohl?

Schäuble: Ich lauf dann schnell hin und hole Kohl.

Schäuble kommt mit Kohl zurück.

Stoiber: Halhalhallo, grüßgogrüßgogrüßgott!

Kohl: Der Wolfgang ist gerannt, du aus der Puste?

Waigel: So Kanzler unser, werden wir neutral?
Wär gut für die Finanzen: nicht mehr wichsen
dreihunderttausend Soldaten für viel Geld,
die Bundeswehr wird aufgelöst, wir sparen
Staatsschulden, die die Einheit kosten wird.

Kohl (einen Snickers essend):
Doch sagt mal, gibt es einen schriftlichen Vertrag?

Stoiber: Mit Gor mit Gorbi, dass wir aus der NATO treten?

Schäuble: Nein, doch versprochen haben wir es ihm.

Kohl (schmatzend): Versprechen sind dazu, um sie zu brechen.
Wer sich beschwert, versteht nicht Politik.

Waigel: Du Niccolo. Bei meinen Augenbraun!

Kohl (einen Mars essend): Und was wird für die Einheit nun verlangt?
Dass wir den Russen Abzug finanzieren?

Schäuble: Dem deutschen Volke dienen wir damit.

Kohl (kauend): Uwifiwilä?

Waigel: Kau doch ruhig auf.

Kohl: Und wieviel will er?

Schäuble: Hat er nicht genannt.

Kohl: Okay, wir schlagen paar Milliärdchen vor.

Waigel: Ach was? Zweihundert, hundert, wenger noch?

Kohl (einen Bounty essend): Ein paar tat sagen ich gerade tun.

Waigel: Dein voller Ernst?

Kohl: Mein voller fucking ernst.

Stoiber: Wir könnens ver, wir könnens verversuchen!

Kohl: Sonst noch was, Freunde? Hungrig bin bereits.

Schäuble: Ich lauf dann mal zwei Runden durch den Park.

Waigel: Ich käm die Augenbraun und mach Finanzen.

Kohl (einen Sandwich rausholend):
Verstehst du, Wolfgang, wenn man gibt, dann nimm!
Versprech und frag nicht, sprich ihm nach dem Munde,
und bring bloß nichts verbindlich aufs Papier.

Schäuble: Doch wir verärgern Briten und Franzosen!

Kohl (den Sandwich essend): Wir stellen die vor die vollendet Ttsach.

Dienstag, 23. Juni 2020

Das unsagbare Mädchen





Sie sagt: "Du weißt, das Wesen muss erscheinen,
doch die Erscheinung ist als Schein ein Trug".
Ich weiß: das Wahre, es erschließt sich nicht dem Meinen,
sondern gewusst sein will mit Recht und Fug.
"So füge", fordert sie, "streif ab, was wahrgenommen,
für wahr gehalten und als falsch erkannt".
Kaum abgestreift - der Wahrheit Licht vernommen,
und halt - Metapher nur! - das Wesen in der Hand.


2013

Montag, 1. Juni 2020

Vorfreude





Tiefste Verachtung ich empfinde, tiefsten Ekel,
und doch versichern Himmelslesben mir:
“Zu süßen Uns gelangen reinste Seelen,
wir kennen außer ihnen freilich nichts;
Uns fasst nur an, was Du zutiefst vergötterst,
Uns sieht nur, was Du liebestief verehrst”.

Ich Paranoiker krieg einfach keinen Schlaf:
des Urvertrauens früh beraubt, narzisstisch
misshandelt, tief beschämt, von Höllenangst gequält,
in Gott den Willkürherrscher projizierend.
Die Wahrheit ist nur einen Tod entfernt;
wir werden sehen, Welt, wir werden sehen.


1.2016

Sonntag, 31. Mai 2020

9.99





In bangen Träumen kehrst du schattig wieder;
Schulkorridore: von den Wänden Nervengift
ertränkt die Luft. Mit Stimmen zugemüllt
die ohnehin zerfurzte Atmosphäre.


Ich suche jemanden, das ist des Traums Sujet,
und stetig weht dein Geist im Grab der alten Schule.
Es gibt dich nicht ohne die Leute und den Müll,
wobei ein sauberer Schnitt unmöglich ist. 


Der Rahmen unserer Begegnung war ein Kreis aus Pisse, -
ich war im Schutzanzug ein Alien für dich.


2012

Donnerstag, 7. Mai 2020

Elagabal





Rom, 2.2.222. Der junge Kaiser sitzt auf dem Thron, drei junge Frauen, die sexiesten im ganzen Reich, lutschen seinen Schwanz.

Cassius Dio: Beim Jupi... Junge!

Elagabal: Ja?

Cassius Dio: Du schreibst Geschichte!

Elagabal: Wie meinen?

Cassius Dio: Alles, was als Kaiser tust.

Elagabal: Achso. Na und. Du lutsch, du leck die Hoden,
und du, Blondine, geh mir an die Zehn!

Cassius Dio:
Und das der Nachwelt soll von dir berichten
der größte von Historikern, der lebt?

Elagabal: Du lobst dich sehr. Doch stehst vor einem Gott.

Cassius Dio: Bedenke, dass du sterblich bist, mein Freund.

Elagabal: Ich hab nur einen Freund, den Sol Invictus.

Cassius Dio: Dann zeig dich würdig deines Sonnengotts!

Elagabal: Moral ist ihm egal. Auf Würde pfeift er.
Er steht so hoch über der Menschenwelt,
dass alles ihn erfreut, wenn man nur huldigt.

Cassius Dio: So huldigst du?

Elagabal: So huldigen willst auch?

Cassius Dio: Ich bin nicht neidisch, doch... die Leute gucken!
Marcus Aurelius Antoninus, beim Zeus!

Elagabal: Den Senatoren scheint es zu gefallen.
So, heiße Weiber, leckt den Anus mir!

Alter Senator: DAS ist ein Mann!

Cassius Dio: Ein Teenie, sexbesessen,
und weiter nichts.

Elagabal: Da fällt mir grad was ein.
Holt mir den Perser! Morgen ist die Hochzeit!
Ich werde seine Frau sein vor ganz Rom,
er vögelt mich, und du schreibst alles auf.

Cassius Dio: Besinne dich! Die Nachwelt wird sich schämen!

Elagabal: Die Nachtwelt wird bewundern, was ich tat.

Junger Senator: So spricht ein wahrer Gott aufm Kaiserthron!

Elagabal: Ey warte, warte. Leg den Stift noch nicht zur Seite.
Schreib noch was auf: mich gestern doppelt nahm
ein Nubier-Duo, und mir hats gefallen.

Cassius Dio:
Gefallen? Du bist selbst gefallen tief!

Elagabal: Und schreib noch, dass vorgestern auf dem Marsfeld...

Cassius Dio: Dass was? Ich ahne schon... Soldaten bliesest du?

Elagabal: Verdreh nicht die Geschichte! Nein, sie mir.

Blondine: Wie viele, Meister?

Elagabal: Ganze achtundzwanzig. Und ich hab jedesmal ejakuliert.

Cassius Dio: Ich wünscht, ich wäre ein Anal-phabet.

Elagabal: Der Neider ist zum Kyniker geworden.
Schminkt mich zur Frau, ich heirate noch heut.
Wer im Senat wird diese Nacht mein Mann?

Schwuler Senator:
Ich, Herr!

Elagabal: Nein, lass. Er muss auf Frauen stehen...

Dienstag, 28. April 2020

An Lushan





Yang Guifei: Und wieder eine Blume umgeknicket!

Tang Xuanzong: Du bist so schön, dass du sie gar beschämst.

Yang Guifei: Und was passieret sonst noch in der Welt?

Tang Xuanzong: Ach nichts. Abbas, der Schlächter, hat gewonnen,
Revolution fraß auch sogleich ihr bestes Kind.

An Lushan: Abu Muslim ist tot?

Tang Xuanzong: Hat seinen Job gemacht und musste gehen.

An Lushan: Und Umayyaden? Sind sie alle tot?

Tang Xuanzong: Nein, einer ist nach Spanien geflohen.

Yang Guifei: Kein großer Krieger, lass ich sein gesagt.

Tang Xuanzong: Der größte Krieger deiner Meinung wer?

Yang Guifei: Khalid ibn al-Walid.
Das Herz geht auf, ich träume wie ein Mädchen!
Hihi, er wollte sterben in der Schlacht,
doch starb im Bett, weil niemals nicht besieget.

Tang Xuanzong: Nun ja, und wir verloren bei Talas.

An Lushan: Uns führt ein General aus Goguryeo,
ich seh kein Wunder, dass wir nicht gewonnen.

Tang Xuanzong: Und besser schlüge sich ein Türkengeneral?

Yang Guifei: Hihi, mein Kaiser, nein, die Kriege kosten
Unmengen Geld, und ich, als Luxusfrau,
die vierte Zehnplus der chinesischen Geschichte
auf dieser Pickup-Skala...

An Lushan: Das ist wahr!

Tang Xuanzong: Okay, egal, wir wechseln nun das Thema.

An Lushan: O lass mich siegen  mit geringem Geld,
und kauf der schönen Frau zehntausend Kleider!
Mir gib zehntausend Reiter, und ich schlag
die Muselmanen, die Mohammedaner!

Yang Guifei: Hihi, das macht erotisch große Lust!

An Lushan: O lass mich, Kaiser, lass!

Tang Xuanzong: Nein, Sogdier, sei still!

An Lushan: Ich sorge mich, o Sohn des Himmels, um dein Reich.

Tang Xuanzong: Haha, mein Reich? Die Hexe Wu Zetian
tat Übel jahrein jahraus Jahr für Jahr,
doch steht das Reich, das Li Shimin begründet,
und wird noch sechzig mal zwölf Jahre überstehn!
Dies Weib der Übel größtes war gewesen,
die Sarazenen sind dagegen nichts.

An Lushan: Willst du denn nicht die ganze Welt erobern?

Tang Xuanzong: Zhongguo, das Reich der Mitte, ist die Welt!

Yang Guifei: Und außerdem hat Karl Martell geschlagen
die Sarazenen schon bei Poitiers.

Tang Xuanzong: Haha, und du gedacht, die wären unbesiegbar?

An Lushan: Verflucht, verdammt! Was soll ich fucking tun!?

Yang Guifei: Hihi, ich schätz dann mal, du stirbst als Incel.

An Lushan: Tu lachen, und wirst nicht Staatskanzlers Frau!

Tang Xuanzong: Kkhé kkhé, Staatskanzler?

An Lushan: Li Linfu ist tot...

Yang Guifei: Ach, Kaiser, gähn, warum nicht Yang Guozhong?

An Lushan: Es fucking reicht!! Es motherfucking reicht!!!

Tang Xuanzong: Ertrage die Demütigung mit Demut.
Kannst eh nichts tun.

An Lushan: Recht hast du...
...ach, was solls...

Montag, 27. April 2020

Li Shimin





Tang Gaozu: Zu Ohren kamen mir, mein Sohn, Gerüchte,
dass ich auf deinen Wunsch abdanken soll.

Li Shimin: So geh, wie Helmut Kohl, in Würde, Vater!

Tang Gaozu: So stimmt es doch. Das tut mich nun verstimmen.
Der Erbe hat zu warten, bis der Kaiser stirbt.

Li Shimin:
Wärst du denn Kaiser, wär ich nicht gewesen?

Tang Gaozu: Ich bin dein Vater, dreister Türkenfreund!

Li Shimin: Doch dieser Vater ist des Sohnes Kreatur.

Li Jiancheng: Anmaßend, o Vermessener, du sprichst!

Li Shimin: Und doch die Wahrheit, wissen alle, sprechen tu.

Li Jiancheng: Ich bin des Vaters Liebling, beim Konfuzius!
Mir ist bestimmt, ihm auf dem Thron zu folgen.
Beim gelben Drachen, Bruder und Barbar!

Li Shimin:
Sei Kaiser du, dann stirbst du wie Yangdi,
und neue Dynastie regiert das Reich.
Was ich begründet habe, soll bestehen
für viele Menschenleben, du hast nichts erreicht,
und ich den Vater auf den Thron gebracht,
der dann den Türken feige nachgegeben.

Tang Gaozu: Beim roten Drachen, willst du wieder Krieg?

Li Shimin: Ich werde mir die Steppe unterwerfen.
Mit den Walisern machst du mir nicht Angst.

Li Jiancheng: Beim weißen Drachen!

Li Shimin: Droh nicht mit den Sachsen!
Genug, ihr beiden Mediokritäten,
ich bin der größte Mann in meiner Zeit
und mir gebührt es, endlich zu regieren
dies große Land, das wichtigste der Welt!

Tang Gaozu: Konfuzius dreht sich wohl im Grabe um,
doch, frecher Sohn, im Grunde hast du recht.
Ich danke ab. Und kämpft ihr miteinander,
so kämpft wie Männer, nicht mit Hinterlist.

Li Shimin:
Wenn mich der Bruder wie ein Mann besiegt,
dann folgt er dir. Doch kämpft er wie ein Weib,
dann folgst du ihm, o Vater, in den Tod.

Li Jiancheng: Als Friedenszeichen, Bruder, nimm ein Pferd;
hier, dieses Ross, es wirft dich niemals ab.
Unwürdig wärs, ein Unglück zu fingieren,
so schau geschenktem Gäullein nicht ins Maul.

Li Shimin: Ich werde nicht.

Tang Gaozu: Bist edel wie ein Türke.
Ein Mann der Steppe! Dennoch, sieh dich vor.

Li Shimin: Nicht tu mich warnen, Vater, ich seh eh
jedem von euch drei Schritte weit voraus.

Samstag, 25. April 2020

Klytaimnestra




Elektra: Töte das Weib!

Orest: So tu ich, edle Frau!

Klytaimnestra:
Bei deinem Schwanze, Sohn!
Du bist aus meiner Vagina gekrochen,
gehörst für immer mir, gehorchen musst.
Ich bin die Gottheit dir, du sollst mir dienen,
das Schlimmste auf der Welt ist Muttermord!

Elektra:
Schweig, dreckig Weib!

Klytaimnestra: Die Frau, wie jede Frau, ist eine Hure,
o hör mich, Sohn! Aus meiner Fotze kroch
auch sie, Verbrecherin! Den Vater rächt ihr?
Auch er hat eine Mutter. Nur ein Schwanz!

Orest: Ein Mann ist deutlich mehr als nur sein Penis.

Klytaimnestra: Dies ist des Weibes Fluch und euer Wahn,
des Mannes Hybris. Alles dient der Mutter.
Wer Mutter hasst, den tötet die Natur.

Orest: Und die Natur beherrscht der Mann mit Recht.

Klytaimnestra (entblößt ihre Scham):
Dies ist das Recht!
Hieraus bist du gekrochen,
hierher sollst streben, sterben sollst hierfür!

Orest:
Ich sehe nur ein Loch.

Klytaimnestra: Verfluchter Frevler!
O schamlos, gottlos Kreatur!

Orest: Das Mädchen ist mein Gott!
Die keine Mutter kennt, die ewige Athene!
Die Frau ist schön, das Weib ist nur ein Loch.

Klytaimnestra: Du stellst die ganze Ordnung auf den Kopf.

Orest: Im Gegenteil, und jetzt zerbrech ich deinen! (schlägt zu)

Freitag, 10. April 2020

Iphigenie





Iphigenie: O, armer Bruder, schau,
o unbeholfne Schwester!
Seht her, wie schön und klug und gut ich bin!

Gamma Cuck: O Figgi, ja!

Iphigenie: Selbst klüger als die Götter!
Erinnyen, euch tu ich urinieren
in eure Hundemäuler... ähm,
Orestes kackt sich in die IKM,
Chrysothemis nur lacht, Elektra kann nicht wechseln.

Omega Simp: O Agamemnons Tochter, wahr du sprichst!

Iphigenie: Patriarchat ist doof!
Mein Vater kratzte
ab voll zurecht.
Die Mutter, ach, nun ja.

Boas: Und als Anthropologe ich bestätg:
Du bist, nein keine Amazone, nicht!

Iphigenie: Du sagst es richtig, Franz,
bin weich und zart und weiblich,
und dennoch stark.
Bin listig, dennoch gut.
Wenn ich lüg, ist es rein,
es ist moralisch.
Tun lügen Männer, ist es frevelesk.

Iphigenie zu sich selbst:
Halt eben halt
halt eben halt halt eben
so bin ich eben,
bin die Beste eben halt.
Ich kann den Kuchen essen und behalten.
Mit griechschem Drama ist es mir nicht ernst.
Bin Goethes Wichsvorlage Adelheid.

Dienstag, 21. Januar 2020

Extrovertiert und schüchtern




Alleinseins-Einsamkeit ist dir wie ein Magnet,
Fußfessel Schüchternheit dich freitagabends grüßt,
und du suchst krampfhaft nach Vitalität,
gehst schließlich traurig und frauenlos ins Bett,
und spürst den Steifen und die Lust nach Lust.

Selbstzweifel quälen dich, du wälzt dich in der Nacht,
dein Bett ist leer, und freilich auch dein Leben.
Und morgen wieder einsam aufgewacht.
Zu viel getrunken, doch hat nichts gebracht,
nur mehr Alleinsein, so vertraut wie Halt und Eben.

2019


Mittwoch, 15. Januar 2020

Чихуа-хуа




А на базаре, турка у
купили чихуу-хуу,

и дети во дворе весной
играли с чихуой-хуой.

"Ура" же обернулось в "Ы":
не стало чихуы-хуы.

Тоскует всё Алабие
теперь по чихуе-хуе.