Es nieselt. Hüstelnd schlendert ins Café
ein Mann mit Hut und Hündchen an der Leine.
Schlamm, Stiefel, Stöckel, Hundekot und Beine.
Schneeregen, Eiswind, Straße, Bäume, See
stellt er sich vor, bezahlt nicht angerührten Tee,
verlässt entschlossen das Café alleine.
2011
Rohrkolben, roh. In Gräsertiefe Zug
nach Düsterunten, weiter in den Sog.
Festhaltender, die Halme brechen, sink,
beiß in den schlingend vollen Wassermund.
Rohrkolben, rot. Licht bricht - kein Boot.
Licht bringt ein Blau, Fußsohlen sanft
am Weichkühl fahren auf, einzugraben.
Ein Wasserzug, ein letztes Ein. Rohrkolben, Rost.
2011
Wenn alles auf einmal Bedeutung gewinnt,
das Luftwort vom Nichts in der Sehnsucht zerrinnt,
streichelt ein liebender Eiswind das Herz,
die Seele ist wieder Kind.
Was ich heute weiß, es macht mich nicht mehr alt;
Entzaubertes längst, es lässt mich nicht mehr kalt.
Was, wenn wir nur Herbstlaub sind?
Blatt, flieg fort mit mir.
10.2012
Feinperlend kitzeln liebliche Sekunden
bis die Minute Bitterkeit erfährt.
Brecheisen, reingesteckt, beruhigen die Wunden,
bis mir die nächste Stunde widerfährt.
Ich seh ins dunkle Tief wie in das helle,
und nackt bei Frost auf blauem Eis verschnauf.
Wann kommt sie denn, die allerletzte Welle?
Ich rauche dich, Atemzug, noch auf.
10.2012