Donnerstag, 13. April 2017

Hehlwortgedicht zum Leffeln




Dereinst erkor im feinen Zwirn ein Frauenzimmer
ich mir zum Labsal aus, doch auf dem Kiewief war
der blümerante Büttel Hahnrei, auf dass immer
Fisimatenten feiten ihn vor der Gefahr;

und alldieweil ich küterte mit fidel
mesmerisierenden Kleinoden naseweis,
sah weidlich mukisch mich der Hahnrei an, und kiebig
einstweilen wurde sein absonnig Weib.

Feigherzig fürderhin, Fraktur zu reden,
hielt Maulaffen feil der gute Mann;
doch stramm und schmissig zog er seine Fäden:
Adlatenpack kommt, deucht mir: "Höchste Eisenbahn!"

 9.2014

Dienstag, 4. April 2017

Steinziege




Steinziege, steinzige,

ja, diese einzige

Einziege.



Einzige,

die ziegeneibezüglich

Geizige. 


 2011

Montag, 3. April 2017

Enteuscht




Was bringts, die Tiefe der Enttäuschung zu verbergen? -
Ich hab mich nicht, und wurde nicht getäuscht.
Ohne Erwartungen arschtief verarscht zu werden,
macht einen guten Menschen einfach nur enteuscht.

Enteuscht! Ich habe wirklich nichts erwartet,
und doch das Unterbieten unterschätzt:
das Schlechtestmögliche als Schicksal abgewartet,
und beim unmöglich Schlechten mich verschätzt.

Wir leben wohl in einem Film von Regisseuren
Sam Raimi, Michael Bay und Uwe Boll.
Man brachucht sich übers Drehbuch nicht empören:
es stammt von einem Grenzdebilen wohl.

Ich bin mit guten Filmen aufgewachsen,
und weiß, was schlimmstens zu erwarten ist, -
und wurde wohl deswegen nicht “erwachsen”:
kein wert- und werteloser Nihilist.

Die Hölle Georg Heyms plus Zombiesplatter -
das ist die Welt, als Heldenepos vorgetäuscht;
wer sie erblickt, selbstgleich beim schönsten Wetter,
wird einfach nur toilettentief enteuscht.

 4.2016